Delegiertenversammlung der IG Metall Mannheim Hände weg vom Sozialstaat!

Die Delegiertenversammlung der IG Metall Mannheim lehnt die sogenannten "Reformvorschläge" der Bundesregierung bei Rente, Altersteilzeit, Verlängerung von Befristungen und Krankmeldungen ab. Und: Vorbereitung auf die Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektroindustrie 2026!

29. September 2026 29. September 2026


Unser Parlament tagt nach der Sommerpause

Die dritte Delegiertenversammlung der IG Metall Mannheim in diesem Jahr eröffnete Janna Köke mit einem Blick auf die aktuelle, herausfordernde Mitglieder- und Finanzsituation der Geschäftsstelle Mannheim. Die IG Metall Mannheim stehe trotz aller Herausforderungen stark und stabil da. Die festen Strukturen zu erhalten und auszubauen bleibe aber tägliche Arbeit aller Beteiligten.

Als Gast auf der Versammlung begrüßte sie Saskia Genthner von der IG Metall Bezirksleitung Baden-Württemberg.

Jugendsekretär Michael Glenc gab einen Überblick über die Jugend in Zahlen: Neben dem schon fest etablierten Begrüßungsgrillen am Gewerkschaftshaus Ende August fänden mittlerweile viele Begrüßungsrunden und Ansprachen für die Berufsstarter statt. Mit etwa 350 neuen Auszubildenden und Dual Studierenden in knapp 30 Betrieben im Zuständigkeitsbereich der IG Metall Mannheim seien die aktuellen Zahlen im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben.

Er warb für die Teilnahme an der JAV-Wahl im Zeitraum Oktober bis November 2026. Junge Menschen sollten motiviert werden zu kandidieren.

 Wir werden unseren Sozialstaat schützen!

 In seinem Geschäftsbericht nannte Thomas Hahl, 1. Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Mannheim, die Reformvorschläge der Bundesregierung einen „krassen Angriff auf Jung und Alt“. Die IG Metall werde ein Ausspielen der Generationen gegeneinander nicht zulassen. Den Plänen zur Abschaffung der Altersteilzeit und zur abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren sowie zur Verschärfung von Befristungen und Krankmeldungen erteilte er eine klare Absage: „Diesen angeblichen Experten halten wir den Spiegel der Realität in den Betrieben vor: Hände weg von unserem Sozialstaat! Hört auf, den Beschäftigten mit diesen sogenannten Reformen das Misstrauen auszusprechen!“

 

Hahl rief dazu auf, in der kommenden Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektroindustrie mutiger zu werden: „Lasst uns sowohl bei den Angriffen auf unseren Sozialstaat als auch bei der Tarifverhandlungen Grenzen setzen. Bei Übertritt werden wir reagieren, und zwar mit Mut, Kraft und Ausdauer!“. Er warb für die Teilnahmen an den JAV- und den Wahlen zu den Schwerbehindertenvertretungen jetzt im Herbst 2026.

Menschen ansprechen - Durchsetzungsfähigkeit stärken!

Der zweite Bevollmächtigte und Geschäftsführer Daniel Warkocz stellte die Planungen der Tarifauseinandersetzung für die kommenden Wochen vor und lud zur nächsten tarifpolitischen Konferenz am 21.10.2026 ein. „Jetzt heißt es, Menschen in den Betrieben ansprechen, wenn es um unsere Durchsetzungsfähigkeit geht.“

In der anschließenden Debatte ging es u.a. um die Sozialstaatsdiskussionen, die Tarifauseinandersetzung und die Zukunft der IG Metall.

 

Bei Nachwahlen zum Ortsvorstand wurden Sabine Betzwieser, Marc Dufek und Shukri Zekiri neu in das Gremium der Geschäftsstelle gewählt. In der Großen Tarifkommission der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg werden künftig neu Marc Dufek und Enrico Ludwig die Interessen der Mannheimer Mitglieder vertreten. Auch das von der Jugend benannte Mandat für Christoph Karzakis wurde einstimmig bestätigt.