Pressemitteilung Drastischer Personalabbau bei VAG geplant

Mannheimer Hersteller von Wasser- und Abwasserarmaturen, der seit 2025 zum Schweizer Georg Fischer-Konzern gehört, plant tiefgreifende Restrukturierung. Etwa jeder dritte Arbeitsplatz auf dem Waldhof betroffen. IG Metall kritisiert Abbaupläne aufs Schärfste + fordert tragfähiges Zukunftskonzept.

Silhouette s/w Mannheim mit Rahmen

6. November 2026 6. November 2026


Große Zukunftsängste auf dem Waldhof: Wie der Belegschaft der VAG GmbH gestern auf einer Informationsveranstaltung des Arbeitgebers bekannt gegeben wurde, sind in Mannheim drastische Änderungen geplant. So soll das Projektgeschäft neu ausgerichtet werden, um profitabel zu bleiben. Erwartet wird in Zukunft ein deutlich geringeres Kernvolumen an Aufträgen für Mannheim.

Gründe dafür seien das Ende von mehreren Großprojekten, Überkapazitäten und veränderte Kundenanforderungen. Der Mannheimer Hersteller von Wasser- und Abwasserarmaturen, dessen Produkte u.a. in Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungssystemen oder in Wasserkraftwerken zum Einsatz kommen, plant nach jetzigem Stand etwa jeden dritten Arbeitsplatz von derzeit etwa 170 in Mannheim zu streichen. Weitere Details sollen mit dem Betriebsrat besprochen werden. Laut Aussage der Geschäftsleitung stehe man noch am Anfang der Gespräche und der Information.

Nach eigenen Angaben hat die VAG-Gruppe weltweit 1.000 Mitarbeiter mit acht internationalen Fertigungsstandorten, darunter der Standort Mannheim-Waldhof, und Vertriebsaktivitäten in mehr als 100 Ländern und bei über 9.000 Kunden. Der Konzern Georg Fischer hatte die VAG-Gruppe im letzten Jahr für CHF 200 Mio. Schweizer Franken übernommen.

„Die vorliegenden Restrukturierungsmaßnahmen sind sehr krass und massiv“, kritisiert Thomas Hahl, 1. Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Mannheim. „Nach mehreren guten Jahren, in denen die Beschäftigten viel Herzblut, Engagement, Flexibilität und Überstunden zur Bewältigung der Aufträge gezeigt und geleistet haben, soll das jetzt der Dank sein? Diese Pläne würden das Überleben des restlichen Standorts in der Carl-Reuther-Straße erheblich bedrohen und wären nur ein Sterben auf Raten. Wir brauchen daher jetzt dringend ein tragfähiges Zukunftskonzept, mit Investitionen und Perspektiven für die Beschäftigten. Die Belegschaft hat es verdient, mit aller Kraft für die Zukunft zu kämpfen. “

„Wir haben zwar durchaus erwartet, dass es zu Veränderungen kommen könnte, aber diese heutige Information ist ein großer Schock für die Beschäftigten“, kommentiert IG Metall-Gewerkschaftssekretär Benedikt Hummel. „Sie haben in den letzten Jahren mit Bravour und Fleiß riesige Großprojekte gestemmt. Die Beschäftigten sind nicht schuld an der geringeren Auftragslage. Viele haben Sorgen um ihren Arbeitsplatz und ihre Zukunft. Wir verlangen deshalb Antworten auf unsere Fragen. Betriebsrat und IG Metall werden zusammen nun alle Informationen und Pläne genauestens auf ihre Tragfähigkeit und auf Alternativmöglichkeiten prüfen. Die Auseinandersetzung für die Zukunft unseres Standorts hat begonnen.“