Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie in Mannheim gehen weiter: Heute rief die IG Metall Beschäftigte aus den Betrieben DAHER LOGISTIK GmbH Mannheim, Hitachi Energy Germany AG, FieldCore Service Solutions, ABB AG Mannheim, Walter Perske GmbH, Alstom Transportation Germany GmbH und GE Power GmbH dazu auf, am späten Vormittag zeitweise ihre Arbeit niederzulegen.
In mehreren Demonstrationszügen kamen die streikenden Kolleginnen und Kollegen zu einer gemeinsamen Kundgebung an der Ecke Rollbühlstraße/ Auf dem Sand zusammen, in Sichtweite des neuen ABB-Hauptgebäudes.
„Das Angebot verdient den Namen nicht“, kritisierte Janna Köke, Kassiererin und Geschäftsführerin der IG Metall Mannheim, den bisherigen Vorschlag von Südwestmetall in der Tarifrunde 2026. „Anstelle mit vernünftigen Vorschlägen zu Diskussion zu kommen, schaffen sie weitere Probleme, die sie auf euch abladen.“
Daniela Schiermeier, Vorsitzende des Konzernbetriebsrates und des Europäischem Betriebsrates von ABB, berichtete, dass die schwierigen Jahre nun hinter dem Betrieb lägen. Jetzt sei der Konzern voll bei der Transformation der Wirtschaft zur Elektrifizierung dabei und schreibe Rekordquartale. Sie stellte die Frage: „Überall brummt es bei uns. Aber wo bleibt unser Anteil? Die Menschen brauchen jetzt deutlich mehr Geld.“
Helmut Schneider, Betriebsratsvorsitzender von GE Power in Mannheim, forderte mehr Respekt und Anerkennung durch die Arbeitgeber: „Erfolg ist kein Zufall. Dahinter steht unsere tägliche Arbeit. Wir sind das Fundament des Erfolgs und machen die Energiewende und Mobilitätswende erst möglich. Und wir investieren hier, in unser Zuhause, Mannheim. Wir geben Geld für Bildung, Kultur, Sport, für unsere Gesellschaft und regionale Wirtschaft aus. Daher brauchen wir 5 %, zum Investieren!“
Daniel Leuthner, Betriebsrat und Vertrauenskörperleiter der IG Metall bei Alstom Transportation, erinnerte daran, dass die Streikenden an historischer Stelle zusammenstünden: „Aus den Auseinandersetzungen bei GE und Alstom haben wir viel voneinander gelernt. Wir haben gelernt, wie man kämpft, wie man Ziele erreicht. Ich bin stolz, Teil einer solch starken Gemeinschaft zu sein. Wenn es in den nächsten Tagen in den Tarifverhandlungen nicht weitergeht, dann unterstützen wir diejenigen, die weiterkämpfen mit aller Kraft!“
Thomas Hahl, 1. Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Mannheim, sagte in Richtung der Arbeitgebervertreter auf der Verhandlungsbank: „Wir lösen die Probleme nicht, wenn wir jammern, sondern, wenn wir die Ärmel hochkrempeln. Machen wir uns nichts vor: Der Lohnkostenanteil liegt im Schnitt bei 16 %. Jeder Verzicht rettet keinen einzigen Arbeitsplatz, sondern macht nur die Taschen von wenigen voller. Wir fordern daher 5 % aus Verantwortung für den Industriestandort Deutschland. Es ist mehr als notwendig, den Konsum anzukurbeln. Ihr seid es wert, mit eurer starken Arbeit jeden Tag!“