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150 Kolleginnen und Kollegen legen bei ZF Wabco ihre Arbeit nieder
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Weitere 70 Kolleg*innen von ZF Wabco werden sich aus der Spät- und Nachtschicht in Form eines Frühschlusses an den Warnstreiks beteiligen
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„Bis Montag werden wir jeden Tag mindestens einen Betrieb zum Warnstreik aufrufen. Wenn sich die Arbeitgeber am Verhandlungstisch nicht bewegen, bewegen wir uns auf der Straße. Und das ist erst der Anfang!", sagt Thomas Hahl, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Mannheim.
"Über 150 Kolleginnen und Kollegen haben sich heute auf der Frühschicht beteiligt, weil das Angebot der Arbeitgeber eine Frechheit ist. Die Menschen sind stinksauer. Wer täglich Leistung bringt, hat einen fairen Ausgleich für die gestiegenen Preise verdient.“ sagt Markus Doberstein, der langjährige Betriebsratsvorsitzende von ZF Wabco.
Am 31.10.2026 endete die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie. Den Auftakt bei der diesjährigen Warnstreik-Welle macht ZF Wabco in Mannheim-Friedrichsfeld.
Die rund 300 Beschäftigten wurden am Montag von der IG Metall dazu aufgerufen, sich vor dem Werkstor/ Bärlochweg 25 zur Kundgebung einzufinden.
Mehr als 150 Beschäftigte sind dem Aufruf der IG Metall gefolgt und haben ihre Arbeit niedergelegt. In der Spät- und Nachtschicht werden weitere 70 Kolleg*innen erwartet, die sich am Warnstreik in Form eines Frühschluss (frühzeitige Arbeitsende) beteiligen werden.
Aus Sicht der IG Metall ist das Arbeitgeberangebot kein Schritt auf die Beschäftigten zu, sondern ein Versuch, die Kosten der wirtschaftlichen Unsicherheit auf die Belegschaften abzuwälzen.
Die IG Metall fordert in der aktuellen Tarifrunde 2026 5 % mehr Geld. Außerdem will die IG Metall mit den Arbeitgebern über soziale Komponenten, Gewinnbeteiligungen und Maßnahmen zur Beschäftigungs- und Standortsicherung sprechen.
Die Arbeitgeber bieten den Beschäftigten in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie (M+E) eine Einmalzahlung in Höhe von 1 Prozent des durchschnittliches tariflichen Jahresbruttoentgelts zum Juli 2027. Dies entspricht in Baden-Württemberg im Schnitt 700 Euro. Die Zahlung kann von Firmen, die nicht wenigstens eine Nettoumsatzrendite von 2,3 Prozent erwirtschaften, verschoben und gegebenenfalls gestrichen werden. Darüber hinaus wird eine Lohnerhöhung von 1,3 Prozent ab Juli 2028 angeboten. Das Angebot steht unter dem Vorbehalt der Einführung eines betrieblichen Instruments zur Sicherung von Investitionen, Innovationen, Standorten und Beschäftigung. Der neue Tarifvertrag soll bis zum 31. Dezember 2028 gelten.
Gerade bei ZF Wabco sorgt dieses Angebot der Arbeitgeber für Wut: "Wir haben 2024/ 2025 wie die Löwen um unsere Arbeitsplätze gekämpft und eine Standortschließung abgewendet. Nicht die Beschäftigten waren damals für die wirtschaftlichen Probleme verantwortliche, sondern das Management. Aber die Beschäftigten sollten dafür die Konsequenzen tragen! Wir haben daraus gelernt: Verzicht rettet keinen einzigen Arbeitsplatz! Jetzt sind die Beschäftigten am Zug! Wir fordern eine angemessene Erhöhung der Entgelte, nicht wir sind die Verantwortlichen der Krise!", sagt Thomas Hahl in seiner Rede bei der Kundgebung bei ZF Wabco. Damals im Jahr 2024 waren Pläne bekannt geworden, dass der Konzern die vollständige Schließung des Mannheimer Standorts mit rund 350 Beschäftigten veranlassen könnte. Der Arbeitskampf führte schließlich zu einem Erfolg: Im April 2025 wurde ein Zukunftstarifvertrag vereinbart.
"Die Arbeitgeber haben mit ihrem unzureichenden Angebot selbst die Warnstreiktaste gedrückt und diese Warnstreiks bewusst provoziert. Bis Montag werden wir jeden Tag mindestens einen Betrieb zum Warnstreik aufrufen. Wenn sich die Arbeitgeber am Verhandlungstisch nicht bewegen, bewegen wir uns auf der Straße. Und das ist erst der Anfang!", sagt Thomas Hahl, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Mannheim.