Gemeinsam für gute Arbeit und soziale Sicherheit Tag der Gewerkschaften in Mannheim

Die Botschaft des Tages war unmissverständlich: Ob Tarifbewegung, Sozialstaat, Rente oder Bildungsgerechtigkeit - es geht nicht um Privilegien. Es geht um Rechte, die Generationen von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern erkämpft haben.

Hände halten rote Trillerpfeifen.

14. Oktober 2026 14. Oktober 2026


Jutta Knapp, Betriebsratsvorsitzende der Mercedes-Benz Niederlassung Mannheim

„Ich habe von Merz nichts erwartet. Und trotzdem hat er mich enttäuscht.“, sagt Jutta Knapp beim Tag der Gewerkschaften zusammenfassend über die Pläne der Bundesregierung.

Beim Tag der Gewerkschaften in Mannheim haben zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der DGB-Gewerkschaften ein deutliches Signal für Tarifbindung, soziale Gerechtigkeit und einen starken Sozialstaat gesetzt.

Ralf Heller, der Vorsitzende des DGB-Kreisverbands begrüßt die Gäste und macht deutlich, was die anstehende Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie für die Beschäftigten bedeutet: „Die Tarifbewegung in der M+E geht uns alle an. Denn wir erleben eine Vielzahl öffentlicher Angriffe auf die Arbeitszeit. Es geht um unsere Errungenschaften, unseren Lebensstandard und unseren Respekt im Betrieb.“

Der Mannheimer Bürgermeister Torsten Riehle stellt die Bedeutung der Gewerkschaften für die Entwicklung der Stadt heraus: „77 Jahre DGB sind auch 77 Jahre Mannheimer Stadtgeschichte.“ Mit Blick auf die aktuelle Sozialstaatskampagne sagte er: „Sie kommt genau zur richtigen Zeit. Wer den Sozialstaat angreift, stärkt die Falschen.“ Das gemeinsame Ziel müsse bleiben, Mannheim als Wirtschaftsstandort zu stärken. „Dazu gehören faire Löhne und Gehälter. Wirtschaftliche Stärke und soziale Gerechtigkeit gehören zusammen.“

Deutliche Kritik an den Plänen der Bundesregierung zur Ausweitung befristeter Arbeitsverträge auf bis zu vier Jahren übt Jutta Knapp: „Mehr Befristungen schaffen keinen einzigen Arbeitsplatz. Sie schaffen nur mehr Unsicherheit, besonders für junge Menschen.“ Für Applaus sorgt auch ihre Bemerkung zur Politik von Bundeskanzler Friedrich Merz: „Ich habe von Merz nichts erwartet. Und trotzdem hat er mich enttäuscht.“

Henry Scheibe von der NGG warnt vor Angriffen auf den Acht-Stunden-Tag: „Der Acht-Stunden-Tag ist keine überholte Regel. Er schützt Gesundheit, Familie und Würde der Beschäftigten.“

Annette Hofmann von der IG BAU kritisiert die Vergabepraxis öffentlicher Aufträge: „Wie kann es sein, dass die Stadt Mannheim Reinigungsaufträge an Unternehmen vergibt, die keine Tarifverträge anerkennen? Das ist aktives Lohndumping mit öffentlichen Geldern.“

Auch weitere gewerkschaftliche Themen stehen auf der Agenda. Conny Schmitt und Alexander Hecker sprechen über Bildungsgerechtigkeit, Jens Lehnfeld von der IG BCE über die Zukunft der gesetzlichen Rente und Anne Scholz von ver.di berichtet aus ihrer Praxis als Psychotherapeutin über die Folgen der Krankenkassenpolitik für Beschäftigte, Therapeuten und Patientinnen und Patienten.

Für den musikalischen Rahmen sorgt der Mannheimer „Chor der Menschen, die nicht singen können“, der die Veranstaltung mit viel Humor und Begeisterung begleitete.

Die zentrale Botschaft ist eindeutig: Gute Arbeit, soziale Sicherheit und Tarifverträge fallen nicht vom Himmel. Sie müssen gemeinsam erkämpft, verteidigt und weiterentwickelt werden. Die Gewerkschaften in Mannheim stehen dafür Seite an Seite.

 

Solidarität gewinnt!