Tarifpolitische Konferenz der IG Metall Mannheim Mannheim geht kämpferisch in die Tarifbewegung M+E

"Wir kämpfen nicht nur um Prozente, sondern wir müssen unseren Sozialstaat und unsere gewerkschaftlichen Errungenschaften verteidigen!", sagt Thomas Hahl, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Mannheim.

Warnstreik bei Berry Bramlage GmbH in Lohne am 15.10.21 anlässlich der Tarifrunde Holz- und Kunststoff 2021


Tarifpolitische Konferenz

Daniel Warkocz, der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Mannheim eröffnet die Aktivenkonferenz zur Vorbereitung der Tarifbewegung 2026 der Metall- und Elektroindustrie. „Wir befinden uns in unruhigen Zeiten: die wirtschaftliche Lage gestaltet sich von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich, wir erleben Angriffe auf den Sozialstaat, auf der Welt befinden sich viele, viele Krisenherde, die die Einschätzung der Zukunft schwer macht. Umso wichtiger ist es, dass wir uns gut vorbreiten. Danke, dass ihr so zahlreich erschienen seid!“ 

70 Gäste aus allen tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie sind gekommen. Aufgrund der Wetterverhältnisse werden wesentliche Teile der Veranstaltung in den Garten des Gewerkschaftshauses verlagert. So zum Beispiel die Vorstellrunde. „Wie lange seid ihr bereits Mitglied der IG Metall?“, fragt Marius, der die Veranstaltung moderiert, in die Runde. Die Teilnehmenden werden aufgefordert, sich entlang einer imaginären Linie aufzustellen. Jetzt wird es unruhig. Die Teilnehmenden unterhalten sich, tauschen Zahlen aus, laufen durch den Garten. Irgendwann scheint aus dem Getummel eine gut organisierte Linie zu werden. Nun wird aufgeklärt. Die älteren Kollegen erklären stolz: „Ich bin 45 Jahre Mitgied, damals war es völlig normal in der Gewerkschaft zu sein!“. Der Kollege daneben lacht: „Damals herrschte Gruppenzwang, aber das hat sich rentiert!“ Wolfgang Alles ist in unserem Seniorenarbeitskreis aktiv und erklärt, dass er bereits seit 51 Jahren dabei ist. Großer Applaus!

Thomas Hahl, der Erste Bevollmächtigte spricht nun über die wirtschaftliche und politische Landschaft.

„Noch nie haben wir so einen breiten Angriff auf unsere Errungenschaften erlebt: ob es die Forderung nach der 40-Stunden-Woche ist, die vielseitigen Angriffe auf den Sozialstaat oder die Diskussion um die Krankmeldung am ersten Arbeitstag. Kolleginnen und Kollegen, es geht in dieser Tarifrunde nicht nur um eine Entgelterhöhung, sondern es geht um die Verteidigung unsere Rechte und Errungenschaften und um den Erhalt des Sozialstaats! Wir müssen deswegen unsere Tarifrunde auch genauso ausrichten und die Themen miteinander verbinden!“ 

Die Teilnehmenden applaudieren laut und stimmen Thomas zu.

Im nächsten Teil der Veranstaltung beschreibt Janna Köke, die Kassierin der IG Metall Mannheim, wie eine Tarifbewegung abläuft. Das ist wichtig, denn wir konnten viele neue und junge Kolleginnen und Kollegen zur Teilnahme an der Konferenz gewinnen. „Puh, das ist ganz schön kompliziert – an was man dabei alles denken muss,“ sagt eine junge Kollegin überrascht.

In kleinen Gruppen geht es nun weiter. Die Metaller*innen tauschen sich darüber aus, welche Erfahrungen sie bereits mit Aktionen rund um die Tarifbewegungen gesammelt haben und erstellen ein Ranking. „Wir müssen die Leute für uns gewinnen, denn wir sind die Guten! Nur solidarisch gewinnen wir diese Auseinandersetzungen.“, sagt Sven Metzmaier, VK-Leiter bei Perske bei der Vorstellung der Arbeitsgruppenergebnisse. „Lasst uns mit den Menschen reden, reden, reden!“, motiviert Marc Dufek, der Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung von John Deere.

Daniel Warkocz stellt die Forderungsdebatte vor. „Wir als Mannheimer gehen mit Mut in diese Tarifbewegung. Wir sind sehr gut aufgestellt, deshalb können wir selbstbewusst und stark in die Forderungsdebatte einsteigen!“

Aktuell wird in den Betrieben eine Befragung in den Betrieben durchgeführt. „Bei John Deere läuft es sehr gut, wir haben die IG Metall Road Show bei uns im Betrieb gehabt. Allerdings ist die Stimmung in der Belegschaft gespalten.“, sagt Marc. Die Befragung ist ein gutes Werkzeug, um mit den Kolleginnen und Kollegen im Betrieb ins Gespräch zu kommen.

Thomas stellt nun den Ausblick für das Jahr 2026 vor. Die Teilnehmenden sind aufgefordert, nun betriebliche Planungen vorzunehmen.

„Es ist an der Zeit, mal wieder deutlich zu machen, für was die IG Metall steht – für gute Arbeitsbedingungen und dafür, darum zu kämpfen!“ sagt der Betriebsratsvorsitzende Zekiri von John Deere.