Sozialabbau stoppen! Delegierte diskutieren über die Zukunft des Sozialstaat

Delegiertenversammlung: Es ist heiß, nicht nur wegen der hohen Temperaturen, sondern auch aufgrund der Themen.

Geldscheine und Münzen liegen auf einem Formular zur Altervorsorge


Trotz Hitze sind gestern fast alle Delegierten zur Versammlung erschienen. Es ist heiß, nicht nur wegen der hohen Temperaturen, sondern auch aufgrund der Themen. Es geht um VW, den Abbau von Arbeitsplätzen und um den durch Kapitalismus bedrohten Sozialstaat. VW droht mit dem Abbau von 100.000 Arbeitsplätzen. „Wir haben gut qualifizierte Beschäftigte, stabile Infrastrukturen und eine Tradition im Autobau. Ich finde es unverantwortlich, dass Manager den Standort Deutschland systematisch schlecht reden, um von ihren eigenen Fehlleistungen abzulenken.“ sagt Thomas Hahl, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Mannheim.

Der Sozialstaat gilt in vielen europäischen Ländern, insbesondere in Deutschland, als eine der zentralen Errungenschaften der Nachkriegszeit. Arbeitgeber profitieren natürlich am meisten, wenn der Sozialstaat beschnitten wird. Denn so sparen sie sich Sozialversicherungsbeiträge. Beschäftigte müssen die entstandenen Lücken in der sozialen Sicherung durch private Vorsorge ausgleichen

„Es waren Arbeiter, die sich für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall eingesetzt haben, es waren Arbeiter, die für eine Absenkung der Wochenarbeitszeit gekämpft haben, es waren Arbeiter, die sich für die Parität in der Sozialversicherung stark gemacht haben!“, so Hahl weiter. Und damit leitet er über zur Aussage des Mercedes-Aufsichtsratschef Brudermüller, der die 40-Stunden-Woche zurückfordert. „Das alles, auch die Debatte um einen späteren Renteneintritt sind versteckte Kürzungen für Beschäftigte.“

Unter diesen politischen Rahmenbedingungen steht nun die diesjährige Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie. „Wir erleben Angriffe auf unsere Errungenschaften. Wir sind bereit, zu eskalieren. Wir sind bereit, unsere Errungenschaften zu verteidigen und für unsere Forderungen zu kämpfen!“ schließt Hahl seinen Redebeitrag ab.

In der Aussprache folgen zahlreiche Beiträge der Delegierten u.a. zu den Herausforderungen der Beschäftigten in Bezug auf Künstliche Intelligenz, zum anstehenden Verkauf der konzerneigenen Mercedes-Benz Niederlassungen und zum geplanten Sozialabbau. Janna Köke kündigt die regionale DGB-Sozialstaatskonferenz in Mannheim am 24.07.2026 an. Dort würden die aktuellen Pläne der Bundesregierung und ihre Auswirkungen betrachtet werden.

Du möchtest dich mit dem Thema Sozialstaat noch ein wenig auseinandersetzen?

sozialstaat.igmetall.de

 Hier wird mit Mythen aufgeräumt, Positionen erläutert und positive Beispiele aufgezeigt.