Die heutige Betriebsversammlung von der Mannheimer TKE Niederlassung ist gut besucht: Fast alle der rund 70 Beschäftigen sind erschienen. Parallel zur Mannheimer Versammlung findet für die Kolleginnen und Kollegen eine Betriebsversammlung in Saarbrücken statt.
„Ich freue mich sehr, dass ihr fast alle gekommen seid, obwohl wir als Betriebsrat so kurzfristig eingeladen haben,“ begrüßt der Betriebsratsvorsitzende Koppenhagen seine Kolleginnen und Kollegen. „Die Lage ist ernst: Wir befürchten wegen des Zusammenschlusses von KONE und TKE das Schlimmste!“
Auch die IG Metall Mannheim zeigt sich zutiefst besorgt über die bekannt gewordenen Pläne eines Zusammenschlusses des finnischen Aufzugherstellers KONE mit TK Elevator (TKE). Aus Sicht der Gewerkschaft birgt die Transaktion erhebliche Risiken für die Beschäftigten und die Mitbestimmung in den betroffenen Unternehmen.
„Ein Zusammenschluss in dieser Größenordnung wird erfahrungsgemäß mit massiven Rationalisierungsmaßnahmen einhergehen. Wir befürchten einen erheblichen Abbau von Arbeitsplätzen“, erklärte Nadine Ofenloch, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall.
Besonders kritisch sei, dass Unternehmen in vergleichbaren Fällen häufig Doppelstrukturen abbauen und Standorte konsolidieren – mit direkten Folgen für die Beschäftigten.
Die IG Metall kritisiert zudem das Vorgehen der Unternehmen scharf: Weder die unternehmerischen Mitbestimmungsorgane noch die betrieblichen Interessenvertretungen seien im Vorfeld ausreichend informiert oder eingebunden worden. „Die Nachricht traf die Belegschaften wie ein Schlag. Ein derartiger Umgang ist völlig inakzeptabel und widerspricht den Grundprinzipien der vertrauensvollen Zusammenarbeit“, so Nadine Ofenloch weiter.
„Diese Entscheidung ist ein Arschtritt für alle TKE-Beschäftigte und die Vorgehensweise ist unter aller Sau“, fasst ein Betriebsratsmitglied von TKE die Situation zusammen.
Gerade bei strategischen Entscheidungen dieser Tragweite sei eine frühzeitige und umfassende Einbindung der Arbeitnehmervertretungen unerlässlich. Die Mitbestimmung sei kein Hindernis, sondern ein wesentlicher Bestandteil nachhaltiger und verantwortungsvoller Unternehmensführung.
Die IG Metall fordert daher:
• Transparenz über die konkreten Pläne und Auswirkungen des Zusammenschlusses
• Zügige Verhandlung des bundesweiten Zukunftstarifvertrags 2.0 mit folgenden Inhalten: Beschäftigungssicherung, eine Standortsicherung aller Niederlassungen, der Werke und des Headquarters, Investitionen, Unternehmenssitz in Deutschland
• Eine sofortige Einbindung der Mitbestimmungsgremien auf allen Ebenen
Bereits am Mittwoch, den 20.05. plant die IG Metall einen bundesweiten Aktionstag an den Standorten Frankfurt, Düsseldorf und Hannover. Für den Erhalt der Arbeitsplätze in Deutschland und für den Zukunftstarifvertrag 2.0. „Wir lassen uns nicht die Butter von der Brezel klauen, deswegen sind wir bei den kommenden Aktionen dabei!“ sagt ein TKE-Kollege wütend.
„Die Interessen der Beschäftigten dürfen nicht unter die Räder von Konzernstrategien geraten. Wir erwarten, dass die Unternehmen ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden“, fordert Thomas Hahl, 1. Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Mannheim.