Rund 70 betriebliche Aktive aus den Mannheimer Betrieben der Metall- und Elektroindustrie kamen jetzt auf Einladung der IG Metall Mannheim zur Tarifpolitischen Konferenz zusammen, um sich auf die bevorstehende Tarifbewegung vorzubereiten. „Ich freue mich sehr, dass so viele Kolleginnen und Kollegen heute zu unserer dritten Tarifpolitischen Konferenz zusammengekommen sind. Eine Tarifbewegung ist immer etwas sehr Emotionales, weil wir dann zusammenstehen und unsere Kraft und Macht demonstrieren. Unsere Kraft ist unsere Solidarität!“, begrüßte Daniel Warkocz, der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Mannheim die Teilnehmenden.
Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Vorbereitung möglicher Warnstreikaktionen. In einer Schulung erhielten die Teilnehmenden das notwendige Handwerkszeug für die Organisation und Durchführung von Warnstreiks. Dr. Janna Köke, die Kassiererin der IG Metall Mannheim erklärte die rechtlichen Rahmenbedingungen und beantwortete praktische Fragen. „Streiken ist unser demokratisches Grundrecht, deswegen lassen wir uns dieses Werkzeug nicht aus der Hand nehmen! Lasst euch nicht einschüchtern!“, sagte Janna kämpferisch.
Neben der Warnstreikschulung bot die Konferenz Raum für den Austausch über die anstehenden Herausforderungen in den Betrieben. Dazu wurde ein Tarif-Talk organisiert. „Wir erleben viele Angriffe: auf unsere Errungenschaften, auf unseren Lebensstandard, aber auch konkret auf unsere Arbeitsplätze. Die Jungs und Mädels im Betrieb zählen auf uns, denn wir kämpfen nicht nur für unser Geld, sondern auch für Arbeitsplatzsicherheit“, sagte Cheyenne Todaro, Vertrauenskörperleiterin und Betriebsrätin beim Benz.
Die Vertrauensleute und Betriebsräte nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und konkrete Maßnahmen für die Vorbereitung möglicher Aktionen zu planen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Ansprache von Beschäftigten, die bislang kein Mitglied der IG Metall sind. Die Teilnehmenden diskutierten Strategien, um Kolleginnen und Kollegen von den Vorteilen einer Mitgliedschaft zu überzeugen und sie aktiv für die gemeinsamen tarifpolitischen Ziele zu gewinnen. Denn erfolgreiche Tarifbewegungen leben von einer starken Beteiligung und einer hohen gewerkschaftlichen Organisierung.
„Gute Tarifabschlüsse fallen nicht vom Himmel,“ sagt Andreas Brillert, der stellvertretende Vertrauenskörperleiter von Caterpillar, „deswegen müssen wir jetzt zeigen, was wir als IG Metall alles können. Caterpillar boomt, deswegen holen wir uns jetzt unseren Anteil!“
Die hohe Beteiligung zeigt das große Interesse und die Entschlossenheit der betrieblichen Aktiven, die anstehenden Tarifverhandlungen entschlossen zu begleiten und die Interessen der Beschäftigten in den Mannheimer Metall- und Elektrobetrieben gemeinsam stark zu vertreten.
„Die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie halten mit ihrer Arbeit jeden Tag die Betriebe am Laufen und schaffen die Werte, von denen die Unternehmen profitieren. Das Geld ist da, es ist nur unfair verteilt,“ sagte Cheyenne in ihrem Beitrag in der Diskussion, „wir dürfen uns deswegen nix wegnehmen lassen. Das Geld haben wir als Arbeiterinnen und Arbeiter erarbeitet, es steht uns zu!“
„Unsere Forderungen sind berechtigt und notwendig. Wenn die Arbeitgeber sich in den Verhandlungen nicht bewegen, werden wir den Druck in den Betrieben erhöhen. Es muss diesmal echt krachen. Die Kolleginnen und Kollegen sind bereit, für ihren fairen Anteil einzustehen“, sagt Marc Duffek, der neue Vertrauenskörperleiter von John Deere.
Die Mannheimer Betriebe sind kampfbereit - Solidarität gewinnt!