Bundesweite Konferenz „Betriebsräte im Visier“ fordert: „Gerechtigkeit erkämpfen! Demokratische Rechte in der Arbeitswelt stärken!“

Die anwesenden Betriebsräte und gewerkschaftlich Aktiven kritisierten, dass diese „gefährlichen, unsere demokratischen Rechte zersetzenden Entwicklungen“ sowohl für die Bundesregierung und die Landesregierungen als auch für sehr große Teile der Öffentlichkeit kein Thema sind.

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16. Oktober 2026 16. Oktober 2026


Die von der 13. Bundeskonferenz „Betriebsräte im Visier“ am 10. Oktober 2026 im Mannheimer Gewerkschaftshaus einstimmig angenommene Entschließung fordert: „Gerechtigkeit erkämpfen! Demokratische Rechte in der Arbeitswelt stärken!“.

Zu dem besorgniserregenden Geschehen in Gesellschaft und Wirtschaft heißt es dort: „Die weltweiten autoritären Entwicklungen führen laut Internationalem Gewerkschaftsbund (IGB) zu immer unverhüllteren Aggressionen gegen arbeitende Menschen, ihre Rechte und ihre betrieblichen wie gewerkschaftlichen Interessenvertretungen. Nicht zuletzt deshalb spricht der IGB von einem Putsch der Milliardäre gegen Demokratie.

Auch in Deutschland finden koordinierte Angriffe aus Politik und Wirtschaft in diesem Sinne statt. BDA-Präsident Dulger diffamiert Betriebsräte als ‚Standortrisiko.“

Und weiter: „Bei den diesjährigen Betriebsratswahlen war eine weitere Radikalisierung des Bossings und Mobbings gegen Kandidierende festzustellen. Bereits im Vorfeld häuften sich die Versuche von Geschäftsleitungen, die gesetzlich geregelte Durchführung von BR-Wahlen zu be- oder zu verhindern. Mit Verleumdungen, systematischer Einschüchterung und Verdachtskündigungen, die auf faschistisches Arbeitsunrecht zurückgehen, gingen Manager und Unrechtsanwälte als hochbezahlte Handlanger gegen aktive BR- und Gewerkschaftsmitglieder vor.“

Es ist bezeichnend, dass 2025 in der Privatwirtschaft nur noch 35 % der Beschäftigten von Be­triebs­rä­ten vertreten wurden (in Firmen mit mehr als fünf Be­schäf­tig­ten, Zahlen laut Statistischem Bundesamt).

Die anwesenden Betriebsräte und gewerkschaftlich Aktiven kritisierten, dass diese „gefährlichen, unsere demokratischen Rechte zersetzenden Entwicklungen“ sowohl für die Bundesregierung und die Landesregierungen als auch für sehr große Teile der Öffentlichkeit kein Thema sind.

Nur wirksamer Widerstand gegen die Missachtung von Grund- und Menschenrechten und eine „konsequente Stärkung demokratischer, gewerkschaftlicher Gegenmacht in der Arbeitswelt“ können, so die Entschließung der Konferenz, „die zunehmenden Attacken auf Arbeits- und Ausbildungsplätze, auf Betriebsräte, Gewerkschaften sowie auf tarifvertraglich geregelte Arbeitsbedingungen“ abwehren.

Am 16. Oktober 2027 findet in Mannheim die 14. Bundeskonferenz „Betriebsräte im Visier“ statt.

 

 

Weitere Informationen:

https://gegen-br-mobbing.de/