Heute stehen wir erneut vor großen Herausforderungen.
Die Transformation der Industrie, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, globale Wettbewerbsverschiebungen und der Fachkräftemangel verbunden mit den demographischen Veränderungen der Belegschaften verändern die Arbeitswelt und die Gesellschaft in rasantem Tempo. Die Entscheidungen, die wir heute treffen, werden darüber bestimmen, unter welchen Bedingungen wir, aber auch unsere Kinder, morgen arbeiten werden. Wenn wir möchten, dass auch künftige Generationen sichere Arbeitsplätze, faire Entlohnung, Weiterbildungsmöglichkeiten und Mitbestimmungsrechte vorfinden, dann müssen wir bereits heute dafür eintreten (im wahrsten Sinn des Wortes 😉).
Eine starke Gewerkschaft lebt dabei nicht von guten Ideen allein. Sie lebt von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Solidarität zu zeigen. Jedes Mitglied stärkt die gemeinsame Stimme der Beschäftigten. Nicht nur am Verhandlungstisch, sondern auch in gesellschaftlichen Debatten darüber, wie Arbeit in Zukunft gestaltet werden soll und natürlich auch finanziell, denn eine starke Gewerkschaftsarbeit ist nur mit finanziellen Mitteln möglich.
Vielleicht spürt nicht jedes Mitglied sofort einen persönlichen Vorteil.
Vielleicht wird die nächste Tarifrunde den eigenen Arbeitsplatz gar nicht direkt betreffen. Vielleicht profitiert zunächst ein anderer stärker von den erreichten Verbesserungen. Doch genau darin zeigt sich die Stärke von Solidarität: Wir handeln nicht nur für uns selbst, sondern für die Gemeinschaft. Wer Mitglied in der IG Metall wird, investiert deshalb nicht nur in den eigenen Schutz und die eigene Interessenvertretung. Er investiert in eine Zukunft, in der Beschäftigte weiterhin eine starke Stimme haben. In eine Zukunft, in der wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung zusammengehören. Und in eine Zukunft, in der unsere Kinder und Enkel nicht Arbeitsbedingungen vorfinden, um die wir uns heute nicht gekümmert haben.
Wir alle profitieren heute von Menschen, die vor Jahrzehnten den Mut hatten, sich zu engagieren.
Es liegt an uns, diese Verantwortung weiterzutragen. Deshalb ist die Frage nicht nur: „Was habe ich heute davon?“ Vielleicht sollten wir häufiger fragen: „Was hinterlasse ich den Beschäftigten von morgen und meinen Kindern?“
Denn genau wie beim Schutz unseres Klimas entscheidet auch bei der sozialen Zukunft unserer Arbeitswelt das Handeln der Gegenwart darüber, welche Chancen und welche Lebensqualität kommende Generationen haben werden. Eine Mitgliedschaft in der IG Metall ist deshalb weit mehr als eine persönliche Entscheidung – sie ist ein Beitrag zu nachhaltiger Solidarität und gelebter Verantwortung über die eigene Generation hinaus.
Wir sind als Betriebsräte nicht die „Drückerkolonne“ der Gewerkschaft, aber wir erleben in unserer täglichen Arbeit, welche starke Basis unsere Tarifverträge sind und wollen uns eine Arbeitswelt ohne diese nicht vorstellen, wir wollen helfen, diese Stärke auch an unsere Kinder weiterzugeben.
In diesem Sinne: Denken Sie bitte sehr ernsthaft über einen Beitritt in die Gewerkschaft nach, wir brauchen die solidarische Stärke, vielleicht heute und morgen noch mehr als gestern.
Ihre Daniela Schiermeier, Vorsitzende des ABB Konzernbetriebsrats