Montag, der 17.11., 12.30 Uhr: langsam trudeln die Delegierten im Gewerkschaftshaus ein. Man freut sich, Kolleginnen und Kollegen zu treffen. Bei einem kleinen Imbiss begrüßen sich die Kolleginnen und Kollegen und tauschen sich aus. Man ist gespannt, was die heutige Delegiertenversammlung bringt. Als Janna Köke um 13.00 Uhr eröffnet, ist die Delegiertenversammlung beschlussfähig. Janna gibt einen Überblick über die Mitgliederzahlen. Erfreulich ist der Zuwachs, den wir bei den Auszubildenden, Dual Studierenden und jungen Kolleginnen und Kollegen verzeichnen können.
In seinem Geschäftsbericht geht Thomas Hahl, der Geschäftsführer der IG Metall Mannheim auf die Angriffe auf das Sozialsystem ein. „Für diejenigen, die eine Erhöhung des Renteneintrittsalters fordern, muss „Arbeit“ wohl ein Fremdwort sein! Ja, die Lebenserwartung steigt, das bedeutet aber lange nicht, dass man deswegen länger arbeiten kann. Die „beschwerdefreie Lebenserwartung“ liegt bei 63 Jahren! Wir brauchen mehr Ehrlichkeit in der Debatte um die Rente, Polemik und Fakenews sind hier fehl am Platz!“
Auch die geplante Schließung des Theresienkrankenhaus Mannheim ist eine rein kapitalistische Entscheidung, die zu Lasten der Mannheimerinnen du Mannheimer geht. „Nicht genug, dass Arbeitsplätze wegfallen und den Beschäftigen und ihren Familien die Lebensgrundlage entzieht. Es ist ein fataler Eingriff in die Gesundheitsversorgung der Region!“ so Hahl. "Die Menschen werden vom Kapitalismus ausgepresst, wie Zitronen! Das zeigt sich nicht nur gesellschaftlich, sondern auch in den Betrieben wie Bopp+Reuther, Alstom, Pepperl+Fuchs, in denen wir um den Erhalt der Arbeitsplätze kämpfen. Deswegen müssen wir uns bei den Betriebsratswahlen 2026 so aufstellen, dass wir, die IG Metall Mannheim ein starker Interessensvertreter bleiben: in den Betrieben und in der regionalen und überregionalen Politik!"
Die Liste der Kolleginnen und Kollegen, die sich zur Aussprache melden, ist lang. Bruno Buschbacher, Betriebsratsvorsitzender vom Benz berichtet über schwelende Konflikte in seinem Betriebsratsgremium. Ein sachlicher Meinungsaustausch sei schon lange nicht mehr möglich. Diffamierungen an der Tagesordnung. „Wir brauchen einen starken Betriebsrat, um die Angriffe der Arbeitgeberseite abzuwehren. Es geht um unsere Arbeitsplätze, es geht um den Erhalt des Standorts Mannheim! Deswegen haben wir uns entschieden, als „Team IG Metall“ anzutreten. Um unsere Werte zu sichern, um eine klare Kante zu ziehen, um deutlich zu machen, für welche Ziele wir uns in Zukunft stark machen!“